Wie bei den Holzwerken Schilling 100 Etiketten pro Minute in rauer Umgebung angebracht werden

Das bereits im Jahre 1898 gegründete Holzwerk Schilling mit seinem Hauptsitz in Rot an der Rot bietet seinen Kunden neben einem umfassenden Produktspektrum auch ein umfangreiches Dienstleistungsprogramm. Die Produktion erfolgt unter Einsatz modernster Bearbeitung- und Produktionstechniken, bei denen auf einen hohen Qualitätsstandart Wert gelegt wird. Die Produktpalette umfasst dabei Palettenzuschnitte, Paletten, Rund- und Schnittholz aus Eiche, Buche und anderen Laubhölzern, Rohware für Eiche-Landhausdiele, Bauholzlamellen, Kanthölzer, Bordbretter für Gerüste, sowie Energieholz (Holzbriketts, Pellets, Hackschnitzel und Sägemehl). Für die Produktion entsteht somit ein Holzbedarf von ca. 220.00 Festmeter Nadelholz pro Jahr und 30.000 Festmeter Laubholz pro Jahr. Als Ergebnis daraus entstehen 300.000 Paletten pro Jahr. Neben einem großen Anteil an deutschen Kunden, hat das Holzwerk Schilling auch intensive Kundenkontakte zu den Ländern Italien, Spanien, Benelux, USA und Großbritannien. Die Zusammenarbeit zwischen dem Holzwerk Schilling und DYNAMIC Systems ergab sich durch eine Anfrage eines ausländischen Kunden.  Bei dem Kundenauftrag wurden gehobelte Holzlatten mit einer Länge von 2,40 Metern (in verschiedenen Breiten) in hoher Stückzahl angefragt.

Rahmenbedingungen
Dabei war wichtig, dass jede einzelne Holzlatte mit einem Barcode und einem Text am Anfang der Latte versehen werden sollte. Der Bedarf an Etiketten wurde mit rund einer Million Stück pro Jahr angegeben. Die Etiketten selbst werden vorab in einem separaten Büro der Holzwerke Schilling auf einem Zebra Thermotransferdrucker gedruckt. Mit dieser Aufgabenstellung trat das Holzwerk Schilling an DYNAMIC Systems heran. Nach ersten Gesprächen und einer Besichtigung der Produktionsanlagen im Holzwerk wurde nach einer Lösung gesucht, die allen Anforderungen und Gegebenheiten Rechnung tragen sollte. Ein wichtiger Aspekt bei der Etikettierung der einzelnen Holzlatten war die Anlagengeschwindigkeit. Diese transportiert die Hölzer mit einer Geschwindigkeit von ca. 1,3 Meter pro Sekunde. Die maximale Produktionsgeschwindigkeit liegt bei 40 Latten pro Minute. Zusätzliche Faktoren, die bei einer Lösung beachtet werden mussten, waren die Oberflächenbeschaffenheit der Latten sowie die Tatsache, dass die Etiketten in einer mit Staub durchsetzten Umgebung aufgespendet werden müssen. Als finale Lösung wurden schließlich folgende Applikator-Lösung umgesetzt: Aufgrund der hohen Geschwindigkeit der Anlage entschied man sich für das Anrollen der Etiketten auf dem Produkt. Der Applikator wurde auf einer Spindel (zur Höhenverstellung) am Boden verschraubt und kann über eine Horizontalachse zudem auf die Breite der Holzlatte eingestellt werde.


Hohe Geschwindigkeit 
Der Etikettenspender weist eine Etikettierleistung von rund 100 Stück pro Minute auf. Die Etiketten werden in Laufrichtung am linken Rand des Förderbandes angebracht. An dieser Seite besteht zudem eine exakte Führung der Latten. Hierdurch ergibt sich eine Unabhängigkeit in der Breite der Holzlatten, somit entfällt eine genaue Einstellung für die spezifischen Breitentypen der jeweiligen Latte. Um die speziellen mit stark haftendem Klebstoff versehenen Etiketten auf einem staubfreien Untergrund aufspenden zu können, müssen die Holzlatten innerhalb der Produktion bereits zu einem gewissen Grad entstaubt werden. Dies geschieht durch einen fest installierten Besen, der die Latten jeweils abkehrt. Eine weitere Aufgabenstellung war der Schutz des Etikettenspenders in der Produktionsanlage. Da es bei einer Störung vorkommen könnte, dass Holzlatten unkontrolliert aus der Bahn treten und das Gerät somit beschädigen könnten, wurde eine massive Stahlkonstruktion entworfen und montiert.

Etiketten anbringen
Der genaue Vorgang des Aufspendes geschieht in folgenden Schritten:  Die Vorderkante der Holzlatte wird über einen Sensor erkannt. Mit einer eingestellten Verzögerung wird das Aufspenden des Etiketts erreicht. Das Etikett berührt beim Vorbeifahren die Holzlatte. Durch die Klebekraft des Etiketts wird diese vom Liner abgezogen und auf die Latte aufgebracht. Gleichzeitig rollte eine Vorrichtung mit einem Schwamm über das Etikett nochmals auf der Holzlatte fast. Die fertig produzierten und etikettierten Latten werden abschließend auf einer Palette geschichtet und stehen zur Auslieferung bereit.
Nach einer nun fast einjährigen Laufzeit der Anlage kann folgendes Resümee gezogen werden: Trotz der staubigen Umgebung läuft die Anlage störungsfrei und zur vollsten Zufriedenheit. Auch der Austausch an Verschleißteilen bewegt sich gegen null. Einziges Verschleißteil, das bislang ausgewechselt werden musste, war der Schwamm an der Aufdruckrolle. Sowohl für die Holzwerke Schilling wie auch für DYNAMIC Systems ist die Umsetzung und Inbetriebnahme der einwandfrei funktionierenden Applikator –Lösung ein gemeinsamer Erfolg.