Der richtige Drucker
Kriterien zur Auswahl von Thermotransfer-Etikettendruckern.

Angesichts eines unübersichtlich gewordenen Feldes an Anbietern von Etiketten-Drucksystemen stehen Industrieunternehmen häufig vor der Frage, welcher Drucker für die individuellen Anforderungen geeignet ist. Die für die Investition ausschlaggebenden Faktoren müssen im Vorfeld bereits detailliert geklärt werden. 

Anwendung
Generell muss vorab bestimmt werden, in welchem Arbeitsumfeld der Drucker zum Einsatz kommt. Im Bereich Produktion spielen vor allem Robustheit und Widerstandsfähigkeit eine große Rolle. Zudem muss der Drucker Staub, Luftfeuchtigkeit und Temperaturbedingungen gewachsen sein. Diese Faktoren beeinflussen auch die Wahl des Gehäusetyps. Metallgehäuse überzeugen durch ihre hohe Langlebigkeit und können elektromagnetische Störungen abschirmen. Kunststoffgehäuse punkten dagegen mit einem klaren Preisvorteil.
Im Büro entscheiden dagegen der Platzbedarf und die Lautstärke, die während des Druckvorgangs entsteht. Mobile Drucker zeichnen sich dagegen durch ihre Handlichkeit und ein minimales Gewicht aus. Für Flexibilität sorgt bei diesem Druckertyp die Stromversorgung über einen Akku.
In Abhängigkeit von der jeweiligen Anwendung muss der Fokus auf eine einfache Bedienbarkeit gelegt werden. Jeder Anwender muss ohne großen Erklärungsaufwand in der Lage sein, sowohl den Drucker zu bedienen zu können als auch Tätigkeiten wie das Wechseln der Etikettenrollen oder anderen Verbrauchsmaterialien durchführen zu können. Einen intuitive Menüführung sowie eine einfache Handhabung der Bedienelemente sollten in jedem Fall garantiert sein.


Druckmenge
Eine weitere wichtige Variable ist die Druckmenge, die ein Drucker pro Tag bewältigen muss. Die Spanne reicht hier von Druckern, die 24 Stunden am Tag kontinuierlich laufen, bis hin zu jenen, die nur zeitweise für einzelne Druckaufträge verwendet werden. Ein permanent beanspruchter Drucker sollte beispielweise eine höherwertige Lagerführung sowie sehr gute Rollen beinhalten. Weitere Kriterien für eine hohe Langlebigkeit bei hoher Beanspruchung sind ein stabiles Gehäuse, eine robuste Mechanik im Inneren des Druckers, die Unempfindlichkeit gegenüber externen Störfaktoren und qualitativ hochwertige Verschleißteile.
Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass Drucker, die innerhalb der Produktion verwendet werden, die größten Druckmengen erbringen müssen -  gefolgt von Desktop-Druckern im Büroeinsatz und schließlich mobilen Geräten, die direkt vor Ort eingesetzt werden.  

Auflösung
Typischerweise kann zwischen drei verschiedenen Druckauflösungen gewählt werden: 200 dpi, 300 dpi und 600 dpi. Die Auflösung des Druckers richtet sich hauptsächlich danach, welches Druckbild in welcher Größe erzeugt werden soll, z.B. 2D-Codes, lineare Codes etc. Dies kann später die Lesbarkeit der geruckten Barcodes im weiteren Arbeitsablauf entscheidend beeinflussen.

Etikettenformat / Druckbreite
Bereits zum Anschaffungszeitpunkt sollte definiert werden, welche Etikettenformate bedruckt werden sollen, da eine spätere Vergrößerung der Druckbreite nicht mehr möglich ist. Hierbei kommt es nicht nur auf das Einzelformat des Etiketts an, sondern auch auf die Zahl der nebeneinander angeordneten Etiketten und somit der gesamten Linerbreite.


Druckersprachen
Ein wesentlicher Punkt bei der Anschaffung eines Druckers ist die Druckersprache. Soll ein Drucker in ein bereits bestehendes System integriert werden, ist darauf zu achten, dass der neue Drucker dieselbe Druckersprache unterstützt. Eine Umrüstung ist in den meisten Fällen sehr zeit- und kostenintensiv. Wird der Drucker dagegen autark installiert, muss hierbei nicht zwingend auf die Druckersprache geachtet werden.
Eine Unabhängigkeit von der Druckersprache kann auch dadurch erreicht werden, dass eine professionelle Etikettendruck-Software eingesetzt wird, die Treiber für die verschiedenen Sprachen enthält. 

Schnittstellen
Will man Drucker in ein bestehendes System integrieren, ist es von hoher Bedeutung, die zur Verfügung stehenden Schnittstellen zu berücksichtigen. Zur Auswahl stehen die Schnittstellen USB, RS232, bidirektional / parallel, RS422, RS485, Bluetooth oder Netzwerk (LAN oder WLAN). Um eine Verbindung zwischen den erforderlichen Geräten herzustellen zu können, ist zunächst zu klären, welche Schnittstellen vorhanden sind.

Zubehör
Die Auswahlmöglichkeiten bei Druckerzubehör erstrecken sich über ein breites Spektrum. Folgende Optionen sind dabei am häufigsten vertreten:
Rewinder: Die bedruckten Etiketten werden innerhalb des Druckes wieder auf einen Kern aufgespult und können nach dem Druck als gesamte Rolle entnommen werden. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen einem einfachen Rewinder mit dem nur der Liner aufgewickelt wird und einem sogenannten Full-Media-Rewinder, der die bedruckten Etiketten wieder aufwickeln kann.
Cutter: Der Cutter vereinzelt die Etiketten nach dem Druck.
Peel-Off: Bei diesem Verfahren wird das Etikett vom Liner abgelöst. Das abgelöste Etikett kann z.B. mit einem Applikator direkt auf ein Produkt aufgespendet oder per Hand aus dem Drucker entnommen und aufgeklebt werden.
Tear-Off: Die Vorrichtung erlaubt es dem Benutzer, nach der Spendekante abzureißen und zu entnehmen. 
Des Weiteren kann ein Drucker mit einem Applikator ausgestattet, für RFID aufgerüstet oder mit einer eigenen Tastatur für einen Einzelbetrieb versehen werden. Generell sollten die Zubehörteile modular und leicht zu wechseln sein.

Neben den bereits genannten Drucker-Spezifikationen können auch individuelle Wünsche in Abhängigkeit vom Druckermodell umgesetzt werden. Bei der Auswahl eines Anbieters sollte das Augenmerk sowohl auf eine detaillierte Beratung vor dem Kauf als auch auf den Service nach dem Kauf gerichtet sein. Eine unkomplizierte und schnelle Kundenbetreuung bei Problemen oder Fragen zum Drucksystem sollten selbstverständlich sein. Auch die Bestellung und Lieferung von Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen sollte innerhalb kürzester Zeit gewährleistet sein.